Was wir machen Yahad - In Unum
Feldforschung

Die Kategorien der Zeug*innen

Yahad – In Unum‘s Forschung vor Ort konzentriert sich darauf, eine besondere Kategorie von Akteuren im Rahmen der Massenerschießungen von Juden und Jüdinnen, sowie Sinti*zze und Rom*nja während des zweiten Weltkriegs in Osteuropa zu finden und zu interviewen, nämlich die Zeug*innen.

Im Gegensatz zu den industriellen Tötungen in den Vernichtungslagern, wo das Verbrechen zum Großteil im Verborgenen stattfand, wurden die Massenerschießungen in Osteuropa von der lokalen Bevölkerung, insbesondere von den Nachbar*innen der Opfer, miterlebt.

Diese Zeug*innen, welche nie zuvor befragt wurden, sind für unsere Forschung von entscheidender Bedeutung. Nur sie sind in der Lage, einen sehr einzigartigen Einblick in die Verbrechen zu geben. Damit sind die Menschen vor Ort eine wesentliche, bedeutende Quelle der lokalen Verbrechen geworden.

Ihre Geschichte ermöglicht es uns, die Ereignisse der Verbrechen zu rekonstruieren, die wir dann mit anderen Quellen, wie zum Beispiel sowjetischen und deutschen Archivinformationen untermauern und verifizieren.

Durch unsere Feldforschung haben wir vier Hauptkategorien von Zeug*innen erarbeiten können:

1. Nachbar*innen

Diejenigen, die in unmittelbarer Nähe des Erschießungsortes wohnten, sahen oder hörten die Erschießung wahrscheinlich zufällig.

Obwohl sie manchmal von der örtlichen Polizei oder den deutschen Tätern gewarnt wurden, am Tag der Erschießung in ihren Häusern zu bleiben, hinderte dies die Nachbar*innen der Opfer, insbesondere die Kinder, nicht daran, Teile oder ganze Szenen der Erschießung von ihrem Hinterhof aus zu beobachten, während sie ihre Tiere zum Grasen ausführten oder einer Kolonne von Juden und Jüdinnen in der Mitte ihres Dorfes folgten.

Unsere Aufgabe

2. Die Neugierigen

Die Mehrheit der Zeugen und Zeuginnen denen Yahad – In Unum begegnet und die von uns interviewt werden, sind diejenigen, die eine Massenerschießung zufällig und aus Neugierde gesehen haben.

Nachbar*innen, die eine Kolonne von Juden und Jüdinnen verbeiziehen sahen, oder Kinder, die hörten, dass ein Ereignis in der Nähe des Dorfes stattfinden würde. Das sind Beispiele jener Zeug*innen, die den Ort der Erschießung aufsuchten, um aus Interesse zu sehen, was passieren würde.

Ihre Anwesenheit am Erschießungsort störte die Mörder nicht, solange es keine Einmischung in den Tötungsprozess gab.

3. Die Gezwungenen

Gelegentlich wurden die Einheimischen von den Deutschen und ihren Kollaborateuren gezwungen, Zeuge/Zeugin der Massenerschießungen von Juden/Jüdinnen zu werden.

Es gibt einige Fälle, in denen deutsche Täter ganze Dörfer dazu zwangen, zur Hinrichtungsstätte zu gehen und der Massenerschießung beizuwohnen. Obwohl nie ein explizierter Grund für die Anwesenheit der Einwohner*innen bei Massenerschießungen genannt wurde, ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Form der öffentlichen Ermordung dazu diente, die örtliche Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen.

Sie wurden Zeuge/Zeugin der Konsequenzen, die sie erwarten würde, wenn sie dabei erwischt wurden, Menschen jüdischen Glaubens zu beherbergen oder ihnen zu helfen.

4. Die Zwangsverpflichteten

Die letzte Kategorie von Zeug*innen betrifft all jene, die gezwungen wurden, an irgendeinem logistischen Aspekt der Erschießung teilzunehmen. Entweder durch die örtliche Polizei oder durch deutsche Täter. Einheimische wurden rekrutiert, um Juden und Jüdinnen in ihren Karren zum Erschießungsort zu transportieren, um die Massengräber auszuheben, um die Kleidung der jüdischen Bevölkerung zu sortieren, um die Massengräber zu füllen, um für die Deutschen zu kochen und vieles mehr. Diejenigen, die rekrutiert wurden, wurden entweder explizit mit einer Strafe bedroht, im Falle sie würden sich weigern oder fühlten sich unter Druck gesetzt, während andere freiwillig an Teilen der Massenerschießung teilnahmen.

*Yahad - In Unum hat keine politische Zugehörigkeit und befürwortet keine politischen, wirtschaftlichen oder militärischen Maßnahmen eines Landes oder einer Institution.

Ihre Aufgabe ist es, auf Völkermord aufmerksam zu machen, wo immer er stattfindet, und den Opfern von Völkermord und den von Völkermord bedrohten Menschen eine Stimme zu geben.

Der Guatemaltekische Bürgerkrieg

Zwischen 1960 und 1996 war Guatemala Schauplatz eines der längsten internen Konflikte des 20. Jahrhunderts. Dieser Konflikt wurde zwischen guatemaltekischen Rechtspolitikern, die vom Militär unterstützt wurden, und kommunistischen Bewegungen, die von Gewerkschafter*innen, Bauernführer*innen, Student*innen und Berufstätigen unterstützt wurden, ausgetragen. Die guatemaltekische Regierung setzte dabei brutale Mittel und Gewalt ein, um den Aufstand der Guerilla in den ländlichen Gebieten des Landes, insbesondere in den von Maya-Gemeinschaften bewohnten Bergen, zu unterdrücken. Die Armee, Milizen und Mordkommandos verübten Verbrechen und Entführungen, was zu vielen verschwundenen Menschen führte.

Zwischen 1981 und 1983 erreichte der Konflikt seinen blutigen Höhepunkt, als die Armee hunderte von Dörfern zerstörte und ganze Gemeinden der Maya, welche angeblich die Guerilla unterstützten, massakrierte. Verängstigt durch die Gewalt von beiden Seiten, flohen Hunderttausende von Maya-Zivilist*innen in andere Regionen oder wurden zu Flüchtlingen im Ausland

Guatemalas 36-jähriger interner Konflikt forderte über 250.000 Menschenleben. Eine von der UNO finanzierte Wahrheitskommission, die Historische Aufklärungskommission, welche nach dem Ende des Krieges 1996 eingesetzt wurde, dokumentierte schreckliche Gräueltaten, zu denen Mord, Verstümmelung, Vergewaltigung und Folter gehörten.

Mit dem Ziel, den Mechanismus der Gewalt und der Massenmorde zu verstehen, begann Yahad - In Unum im Jahr 2012 mit der Untersuchung des bewaffneten Konflikts. Bis heute hat die Organisation 6 Forschungsreisen durchgeführt und 170 Interviews in Guatemala geführt, hauptsächlich mit Maya-Überlebenden aus ländlichen Gebieten, aber auch mit Familien von Verschwundenen aus städtischen Gebieten.

Der Genozid an den Jesiden

Seit dem Vormarsch durch den Nordirak im August 2014, geht ISIS gegen das jesidische Volk brutal vor: Männer wurden erschossen, Frauen und junge Mädchen wurden verkauft und vergewaltigt, kleine Jungen wurden gewaltsam zum Islam bekehrt und zu ISIS – Soldaten ausgebildet.

Die von Yahad – In Unum ins Leben gerufene Initiative „Back-To-Life”, hat das Ziel, sowohl die Verbrechen vom ISIS gegen das jesidische Wolk zu dokumentieren als auch humanitäre Hilfe für die jesidische Opfer zu leisten. Diese richtet sich dabei vor allem an Kinder, die durch die Taten der Terrororganisation ihre Eltern verloren haben und damit zu Waisen wurden oder einer „Gehirnwäsche“ unterzogen wurden. Die Hilfe gilt jedoch auch jenen Frauen, welche durch den ISIS in sexuelle Sklaverei verkauft wurden.

Unsere Ermittlungsarbeit zum Schicksal der Jesid*innen basiert auf der Anwendung der Methode unserer Feldrecherche auf einen zeitgenössischen Genozid. Unser Team befragt die Opfer, sammelt Beweise für die Verbrechen und dokumentiert Details über diesen gegenwärtigen Völkermord. Pater Patrick Desbois und unser engagiertes Team sorgen dafür, dass die gesammelten Informationen mit der Welt geteilt werden.

Unsere humanitäre Unterstützung erfolgt in speziellen Hilfszentren, welche von Yahad – In Unum‘s „Back-To-Life“ – Team in den IDP-Camps von Kadia, Kabartu und Cham Mushko geschaffen und betrieben werden. Zwei solcher Zentren bieten Bildungsaktivitäten und psychologische Unterstützung für Kinder und junge Erwachsene, deren Jugend von ISIS-Verbrechern gestohlen wurde. Andere Zentren bieten Nähworkshops für Frauen, sowie Friseur-Workshops für junge Erwachsene an, welche im Jahr 2020 zum ersten Mal stattfanden.

Für mehr Informationen, besuchen Sie unsere Webseite, welche mehr Informationen über Yahad – In Unum’s „Bak-To-Life“ Initiatiove im Irak gibt: www.backtolife.fr

PORAJMOS: Der Genozid an den Sinti*zze und Rom*nja

Seit November 2010 arbeitet Yahad – In Unum daran, den Genozid an den Sinti*zze und Rom*nja durch die Nationalsozialisten zu dokumentieren. Indem Zeugenaussagen gesammelt werden, welche von den Massenexekutionen berichten, die in Ländern der ehemaligen Sowjetunion (Ukraine, Belarus, Russland), genauso wie in Polen, von mobilen Nazieinheiten stattfanden, als auch als Deportationen von Rumänien nach Transnistrien, sollen diese Taten aufgearbeitet werden. Genauso wie durch die Dokumentation der Orte der Massenexekutionen der Nationalsozialisten an der jüdischen Bevölkerung in Osteuropa, soll auch hier eine Lokalisation und Identifikation der Orte an denen sich Ermordungen der Sinti*zze und Rom*nja ereigneten, stattfinden.

Von Dorf zu Dorf, von Familie zu Familie: durch den Abgleich der Zeugenaussagen mit rumänischen, deutschen und sowjetischen Archiven, konnte Yahad – In Unum 51 Orte der Exekution von Rom*nja in der Ukraine, Polen, Belarus und Russland identifizieren und über 60 Zeug*innen der Exekutionen an den Rom*nja in diesen Ländern interviewen. Fünf Recherchereisen in Rumänien und eine Reise in die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien haben es uns ermöglicht, mehr als 150 Zeugenaussagen von Rom*nja -Überlebenden zu sammeln. Bis heute hat Yahad – In Unum in Zusammenarbeit mit unserem Partner „Roma Dignity“ mehr als 180 Zeugnisse über die Verfolgungen von Rom*nja in Osteuropa, einschließlich Rumänien, Russland, Belarus und der Ukraine, gesammelt. Die Zeugenaussagen haben das Schicksal der Sinti*zze und Rom*nja, sowohl als Überlebende als auch als Opfer verdeutlich. Die Zeugen schilderten Erschießungen, Deportationen, Hungersnöte, Krankheiten und Zwangsarbeit, denen die Rom*nja durch die Nazis und ihre Verbündeten ausgesetzt waren. Yahad – In Unum arbeitet mit jungen Rom*nja -Ermittler*innen vor Ort in Osteuropa zusammen, um Zeugenaussagen von Überlebenden zu sammeln.

Verfolgt von den Nationalsozialisten und den örtlichen Behörden, deportiert oder interniert, erschossen oder dem Hungertot überlassen – die Sinti*zze und Rom*nja mussten je nach Land eine so große Breite an Massengewalt und Verfolgung durch die Nationalsozialisten und ihre Kollaborateure erleiden.

Rumänien

Die Deportation der nomadischen Rom*nja durch die rumänischen Behörden begann am 1. Juni 1941, die der sesshaften im September 1942. Sie wurden nach Transnistrien deportiert, einer Region in der Südukraine, zwischen den Flüssen Dnjestr und Bug, das Deutschland seinen rumänischen Verbündeten überlassen hatte. Die Rom*nja wurden dem Hungertod auf den Feldern überlassen. Drei Jahre lebten sie in Gräben, Ställen oder Kolchosen. Die ukrainischen Dorfbewohner*innen wurden vorübergehend aus ihren Häusern und Kolchosen vertrieben, um Platz für die deportierten Rom*nja zu schaffen. Letztere wurden gezwungen, die Häuser am selben Tag zu betreten, an dem die Bewohner*innen vertrieben wurden. Die organisierte Verteilung von Lebensmitteln kam schnell zum Erliegen. Der Tod durch Verhungern, Krankheit oder Armut begann in den ersten Monaten der Deportation und vermehrte sich rasch.

Die ehemalige Sowjetunion

Nach der jüdischen Bevölkerung stellten die Sinti*zze und Rom*nja die einzige Bevölkerungsgruppe in der besetzten Sowjetunion dar, deren systematische Ausrottung noch im ersten Jahr des deutsch-sowjetischen Krieges begann, also in der Zeit, in der die deutschen Besatzer noch mit einem erfolgreichen Feldzug rechneten. Die Hauptmotivation im Fall der Sinti*zze und Rom*nja war die Rassenideologie der Nationalsozialisten. Die in manchen Monographien vorgenommenen Unterscheidung zwischen sesshaften Sinti*zze und Rom*nja und „umherziehenden“ Sinti*zze und Rom*nja existiert, wie bereits erwähnt, auf Grund der durchgeführten empirischen Untersuchungen nur auf dem Papier und hatte keinerlei Einfluss auf die „Politik der Sinti*zze und Rom*nja“ vor Ort. Ihre „Lebensweise“ spielte für die Verfolger keine Rolle. Die Sinti*zze und Rom*nja standen vielmehr, die Ungeheuerlichkeit der von der CES festgelegten Vernichtungsmaßnahmen lässt daran keinen Zweifel, gemeinsam als Volk in der Schusslinie der Einsatzgruppen und der Wehrmacht. Ab dem Frühjahr 1942 wurden die Sinti*zze und Rom*nja in den Gebieten hinter den Armeelinien im Norden, in der Mitte und im Süden wie die jüdische Bevölkerung behandelt. Ab diesem Zeitpunkt nahm die Vernichtung der sowjetischen Sinti*zze und Rom*nja in allen untersuchten Militärgebieten einen systematischen Charakter an, ohne viele Variationen. In Bezug auf die Kommunen der Sinti*zze und Rom*nja wendeten die deutschen Verfolger die gleichen Methoden an, die sich bei den Hinrichtungen der jüdischen Bevölkerung „bewährt“ hatten, nämlich die Erschießung durch Kugeln.

Polen

Im Frühjahr 1942 begann eine Serie systematischer Erschießungen der Rom*nja -Gemeinschaft im sogenannten Generalgouvernement Polen in großem Stil. Während 35 Recherchereisen nach Polen, die zwischen 2010 und 2020 durchgeführt wurden, gelang es dem Team von Yahad – In Unum, 35 Zeug*innen des Rom*nja – Völkermordes zu interviewen und 35 Massengräber zu lokalisieren. 25 dieser 35 Massengräber blieben ohne Gedenkstätte.

Die 2011 von Costel Nastasie gegründete Organisation „Roma Dignity“ widmet sich dem Gedenken an die Opfer des Porajmos – des Völkermordes an den Rom*nja in Osteuropa. Die Mission von „Roma Dignity“ ist es, die Diskriminierung Rom*nja zu bekämpfen und ihnen zu helfen, eine bessere Zukunft aufzubauen. Die Mitglieder von „Roma Dignity“ nehmen aktiv an den Recherchereisen von Yahad – In Unum vor Ort in Osteuropa als Ermittler*innen und Übersetzer*innen teil. Sie sammeln und übersetzten auch Zeugenaussagen von Rom*nja -Überlebenden aus dem Romani ins Französische.

BILDUNG

Der „Holocaust durch Kugeln“ ist das Modell, nach dem Massengewalt in der heutigen Welt noch immer weitergeführt wird und weitergeht. Die Hervorhebung dieses so wenig bekannten Kapitels des Holocausts ist wichtig, um an die vergessenen Opfer gedenken zu können. Dabei konzentriert sich Yahad – In Unum nicht nur auf die Vergangenheit. Unsere Arbeit besteht darin, alle Gesellschaften, alle Menschen zu ermutigen, sich mit den dunkelsten Kapiteln ihrer Geschichte auseinanderzusetzen und sich gegen die aktuell, in unserer Gegenwart stattfindenden Grausamkeiten von Völkermorden auszusprechen.

Wie können wir die Erinnerung und das Verständnis für die Massenverbrechen der Vergangenheit weitergeben?

Wie können wir jetzt, da 80 Jahre seit dem Beginn der Vernichtung der europäischen Juden und Jüdinnen vergangen sind, gegen Antisemitismus und Rassismus in modernen Gesellschaften kämpfen?

Es gibt so viele Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt, um die Erinnerung daran wach zu halten, insbesondere in den jüngeren Generationen.

In einem weltweiten Kontext, in dem rassistische Vorurteile, ethnische Gewalt und die Bedrohung durch Massengewalt alltäglich bleiben, arbeitet unsere Organisation in mehreren Ebenen:

- Das von Yahad – In Unum gegründete Holocaust-Museum in Guatemala http://www.mdh.org.gt, bietet ein spanischsprachiges Curriculum über gegenwärtigen Antisemitismus für ein lateinamerikanisches Publikum an.

Unser Ziel ist es, ein Bildungsprogramm für Lehrer*innen und Gymnasiast*innen zu erstellen, welches ihnen Wissen über die globalen und lokalen jüdischen Gemeinden in Lateinamerika sowie ein notwendiges Verständnis für die Ursprünge des Antisemitismus, seine vergangenen und gegenwärtigen Erscheinungsformen, seine globalen und lokalen Kontexte und seine Folgen vermittelt.

Langfristiges Ziel ist es, dass das Holocaust-Museum in Guatemala als einzigartige Institution in Zentralamerika zu einem Referenzpunkt für die umliegenden Länder wird.

Über die verschiedenen lokalen Bildungsministerien soll die Vermittlung des Holocausts in dieser Region durch Ausstellungen und die Bereitstellung von Bildungsmaterialien für Schulen sichergestellt werden, die Verbindung dieser Länder zu dieser Zeit der Geschichte erklärt und dieses Wissen mit der heutigen Gewalt und dem Kampf gegen die Ausbreitung des Antisemitismus in diesem Teil der Welt verbunden werden.

- Durch die Zusammenarbeit mit anderen Gedenkstätten und Museen in den Vereinigten Staaten und auf der ganzen Welt.

- Durch die Entwicklung verschiedener Bildungsinitiativen über den „Holocaust durch Kugeln“ und sein Erbe in gegenwärtigen Massenverbrechen und Völkermorden, unter anderem in Partnerschaft mit akademischen Einrichtungen in Frankreich und den Vereinigten Staaten.

- Durch die Ausbildung von mehr als 500 Lehrer*innen pro Jahr, um die Geschichte des Holocausts und die Geschichte des „Holocausts durch Kugeln“ an neue Generationen zu vermitteln.

- Indem wir einzigartige pädagogische Hilfsmittel für den Unterricht zu schaffen. Die In-Evidence-Karte https://yahadmap.org zeigt die von Yahad-In Unum identifizierten Orte von Massenexekutionen von Juden und Jüdinnen in Osteuropa. Diese ermöglicht Besucher*innen (Forscher*innen, Student*innen, Lehrer*innen, Familien der Opfer, etc.) den Zugang zu konkreten Informationen über jedes Verbrechen auf lokaler Ebene. Derzeit sind 1003 Orte online verfügbar, wobei wöchentlich neue hinzukommen.

Für jeden Ort wird ein historischer Überblick geboten, einschließlich Informationen über die jüdische Gemeinde vor dem Krieg und die Ereignisse, die zu ihrer Zerstörung führten, sowie Informationen über Gedenkstätten nach dem Krieg, Auszüge aus den Archiven sowie Videoausschnitte aus Yahad – In Unum‘s Interviews und aktuelle Fotos, die die Standorte von Massengräbern, Ghettos, Zwangsarbeitslagern und Orten jüdischer Kultur zeigen.

- Indem wir in sozialen Netzwerken gegen den so ungeheuerlichen und präsenten Antisemitismus und die Holocaustleugnung vorgehen, die vor allem im Internet so alltäglich geworden sind.

- Durch die Organisation eines breiten Spektrums öffentlicher Veranstaltungen: Symposien, Konferenzen, Seminare usw., welche sich auf unsere Bemühungen in den Bereichen Holocausterziehung, -erinnerung und -forschung konzentrieren.

Was die Arbeit von Yahad so einzigartig macht, ist unsere Feldarbeit. Wir reisen zu den Orten, an denen Massenexekutionen stattgefunden haben, sammeln Beweise und versuchen, die Mechanismen eines Massenmordes zu verstehen, wo immer wir auch hingehen.

Unser Team besteht aus Spezialisten*innen, die dieses Wissen weitergeben und es in pädagogische Werkzeuge umwandeln, um die Verbreitung von Massengewalt und Hass in unserer modernen Welt zu bekämpfen.